28.08.2018

Küche mal anders

Europa ist ungemein vielfältig und Europa isst ungemein vielfältig. 

Es muss nicht immer Sterne-Küche sein. Ganz im Gegenteil. Was die "normale" Bevölkerung in den einzelnen Regionen unseres Kontinents an hervorragenden Gerichten auf den Tisch bring, dass kann kaum ein Sterne-Koch in seiner modernen Küche. Das Geheimnis der echten Küche beruht auf der Lebensweise der Menschen in den Regionen. Sie spiegelt die Natur wider und den Reichtum oder auch die Armut, die die Natur dort bietet. Und sie spiegelt die Liebe der Menschen zum Land wieder. Sie gibt ihr Geheimnis nur dem preis, der auch ganz genau hinschaut und hinhört. Ja - man sollte dem Essen zuhören bevor es verspeist wird. Es hat nämlich viel zu erzählen von den Menschen und dem Land. 

Ein karges Leben geht oftmals einher mit karger Küche - allerdings, eines sei hier gesagt - karg hat so ganz und gar nichts mit "schlecht oder gewöhnlich" zu tun. Es schmeckt wie es ist und ob Tier oder Pflanze, sie werden, soweit es geht, komplett verarbeitet. Aussortieren der "feinen Bissen"? Das hat nicht wirklich etwas mit "echter" Küche zu tun und schon gar nicht mit der Küche der ganz normalen Menschen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass oftmals die ganz besonderen Spezialitäten auch nicht den Weg in die weite Welt der Kulinarik finden - sie gehören denen, die dafür leben und die wissen, welcher Reichtum ihnen damit geschenkt wurde. 

Das Team um Lojze Wieser bringt in der ORF-Reihe die Vielseitigkeit, die Einzigartigkeit der oft recht kargen Küche so lebendig zu den Zuschauern, dass man das Drumrum bei den Menschen schon fast greifen kann. Das Steinige und Karge im slowenischen Karst, die bittere Armut in Siebenbürgen, das sorbische Kulturgut in der Lausitz oder das vom Meer geprägte Galicien. 

Im Wieser Verlag wurde das nun "unvergesslich" auf Papier gebracht. Entstanden ist ein Werk, das jeden, der sich auch nur etwas für "das Essen und den Geschmack der Anderen" interessiert, fasziniert von Seite zu Seite blättern lässt. Man liest und liest und kann nicht mehr aufhören, den Menschen zuzuhören. Die Bilder der Menschen und der Landschaften gehen zu Herzen und öffnen die Herzen für das Leben. 

Im Band 1 erzählen uns folgende Regionen von ihrem Leben, ihrem Essen und ihrem Geschmack:

  • Der slowenische Karst und die Goriska brda/Collio
  • Die Innerschweiz
  • Siebenbürgen
  • Die toskanische Maremma
  • Lausitz
  • Galicien
  • Gailtal

Danke für die schriftstellerische Umsetzung der ORF-Reihe und danke an alle, die uns so eindrucksvoll am Geschmack Europas teilhaben lassen, kleine Geheimnisse verraten und uns wieder auf den Boden des Alltäglichen zurückholen. 

Im August erscheint der 2. Band. Wir freuen uns auf die "Weiterreise durch den Geschmack Europas" und zu den wahren Geschmäckern Europas.


28.08.2018
Der 2. Band ist endlich da - und die Weiterreise lohnt sich unbedingt.

Das Team um Lojze Wieser entführt uns in sieben weitere kulinarische Regionen. Sie haben wieder gut zugehört - dem Essen, den Menschen, den Regionen. Und was sie gehört haben, fasziniert und inspiriert. Und es macht neugierig, Europa auf diese ganz andere Art mit ihnen gemeinsam zu entdecken.

Verfolgen wir die Reise durch Istrien, das nach langen Jahren des Elends von seinen ungefähr 100 Olivensorten mehr als 80 Prozent verloren hat. Heute sind gerade mal 15 wieder auf dem Vormarsch. Wo früher Hunger herrschte, gibt es heute Vielfalt. Fisch- und Muschelzucht prägen die Mahlzeiten. Das ganze Jahr hindurch werden Trüffel geerntet und für die fleischige Mahlzeit hat sich das Boskarin-Rind, ein Nachkomme des Auerochsen, wieder vermehrt.

Weiter gehts durch den griechischen Norden an der Grenze zu Albanien, wo ein Schriftsteller den Wein wiederentdeckte und Mezedes zu kleinen Köstlichkeiten werden. Und die Reduzierung der griechischen Küche auf Tsatsiki und Baklava wohl eher einem Klischee entspricht als der wunderbar schlichten Küche mit der naturbelassenen Würze. Und immer im Blick die karge steinige Berglandschaft.

Im Kontrast dazu Flandern - grün, sandig, flach. Anstelle von Weinbergen, Hopfenfelder. Bier - der Champagner Flanderns. Über 1000 Sorten soll es heute noch geben. Jedem das seine und dazu Pommes. Das Krabbenfischen auf dem Pferd gibts heute nur noch im Museum, die Kraben aber fast überall. Und Pferdesteak - früher Arme-Leute-Essen, heute Delikatesse. Und nicht zu vergessen - Käse. Käse gehört einfach dazu. So wie in Böhmen Powidl, in Dänemarks Süden Kartoffeln, auf Sizilien Orangen und in der Südsteiermark Holler.

Die kulinarische Reise durch Europa ist lang und bunt. Schmecken tut es überall - nach mehr, nach weniger, nach Tradition, nach Einfallsreichtum, aber vor allem nach Leben. Das Leben schmeckt.

Erschmecken Sie im 2. Band weitere Regionen aus "Wiesers Reiseroute".

 

 

Der neue Restau-
rant Report ist da.

Gastronomie-
betriebe aus
Deutschland und
Mallorca mit
Bewertungen.

Tipps der Redaktion.

Ganz viel Wissen
rund um's Essen.

Ab sofort erhältlich.