17.05.2017

Von der Herberge zur modernen Gastronomie und Hotellerie

Hotellerie, Gastronomie - Was versteht man darunter und wie kam es dazu?


Eines sollte vorweggenommen werden – die Entwicklung verlief weltweit sehr unterschiedlich. Auch entwickelten sich reine Bewirtungsbetriebe schon wesentlich früher als Übernachtungsbetriebe.
Übernachtungsangebote für Umherwandernde gibt es eigentlich schon fast solange wie die Menschheit an sich. Allerdings handelte es sich dabei meistens nur um den Platz am Feuer bis zum nächsten Morgen. Auch eine „Bezahlung“ wurde weder verlangt noch erwartet. Wenn überhaupt, dann wurden beim Verlassen des Lagers evtl. Naturalien, wie gesammelte Pflanzen oder erlegtes Wild, als Dank zurückgelassen. Die kommerzielle Seite entwickelte sich wesentlich später.

Zurückgehend bis ins frühe 14. Jahrhundert, verstand man in Mitteleuropa unter Hotellerie und Gastronomie das Angebot eines Platzes zur Nächtigung und die einfache Bewirtung. Im Grunde ist das ja auch heute noch so. Lediglich die Qualität von Nachtlager und Bewirtung hat sich gewandelt, bis hin zum Wohnen auf Zeit. Ebenso gilt es heute auch nicht mehr nur als notwendige Unterkunft und Verpflegung auf Reisen, sondern wird als Auszeit vom Alltag bewusst geordert. Eben auch ohne notwendige Erfordernis.

Weltweit begann die Geschichte der Hotellerie bereits Anfang des 9. Jahrhunderts, in Deutschland wird dieser Termin auf Anfang 14. Jahrhundert datiert. Hier ist auch das erste Hotel in Soest schriftlich nachgewiesen.

Die Anfänge dürften typische Wegestationen entlang von Pilgerwegen gewesen sein, Verbindungsrouten zwischen den Ländern oder damals Kaiser-, Königreichen, Fürstentümern etc. und entlang der Handelsrouten bzw. zwischen den großen Märkten. Oftmals waren es einfachste Herbergen mit Gasthaus oder aber Klöster, die ebenfalls Reisenden ein entsprechendes Nachtlager mit Mahl anboten. Mehr als Essen und Nachtlager waren aber auch nicht gewünscht. Es wurde im Grunde nur ein Schutz gesucht, um nicht in der Dunkelheit überfallen und ausgeraubt zu werden.

Mit der Entwicklung des Handels über weitere Strecken bildeten sich s.g. Handelsstraßen. Die Salzstraße und Seidenstraße sind zwei der wohl bekanntesten Vertreter. Handel wurde nicht nur im kleinen Stil Zwischenorts betrieben. Ganze Karawanen zogen durch die Ländereien und das sogar Kontinent übergreifend. Entlang dieser Handelsrouten wurden nach und nach auch größere Unterkünfte geschaffen, in denen längerer Aufenthalt normal wurde. Trafen sich vor allem an Wegkreuzungen doch die Handelstreibenden aus verschiedenen Richtungen und mussten aufeinander warten, entweder um Waren zu tauschen oder aber um den Weg gemeinsam fortzusetzen.
Ein weiterer wichtiger Punkt zur Entwicklung der Hotellerie und Gastronomie war die zunehmende Reisefreude ganz normaler Menschen. Ob nun der Besuch von Verwandten, die sich in entfernten Regionen verdingt hatten oder der Weg zu einem neuen Arbeitgeber, Poststationen entstanden, die nicht nur Boten beherbergten, sondern zunehmend auch von Postkutschenreisenden genutzt wurden.
Diese Poststationen waren bis zur Entwicklung schnellerer Transportmöglichkeiten, zu denen z.B. die Bahn gehört, die am weitesten verbreiteten Übernachtungsbetriebe. Heute vergleichbar mit Autobahn-Hotels, Hotels an Bahnhöfen oder Flughäfen. Für den Handel auf dem Wasserweg, Ozean oder Fluss, wurden die zurückgelegten Strecken ebenfalls so weit, dass sich Schifferunterkünfte vor allem für die Überwinterung entwickelten. Einige dieser Herbergen aus Anfangszeiten der Hotellerie und Gastronomie existieren heute noch und werden auch noch betrieben. Das „Schiffchen“ in Düsseldorf ist eines von ihnen.

Die Qualität von Unterkunft und Verpflegung hat sich freilich enorm geändert, vom Grunde her ist es heute aber immer noch das Gleiche wie damals.

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